FAQ
Kinderzahnpflege
Rund um die Zahnbürste
Nach aktuellstem Wissenstand ist es effizient, aber auch schonender mit einer elektrischen Zahnbürste zu reinigen. Dies ist jedoch kein Ersatz für die zusätzliche Reinigung der Zahnzwischenräume.
Das heisst jedoch nicht, dass man nicht auch gut und schonungsvoll mit einer Handzahnbürste reinigen kann. In diesem Fall werden möglichst Bürsten mit sehr weichen Borsten empfohlen.
Bei beiden Zahnbürstenarten ist die richtige Putztechnik und -dauer wichtig. Ihr*e Dentalhygieniker*in berät Sie für die richtige Wahl Ihrer Zahnbürste.
Rundkopfzahnbürsten (oszillierend)
Schallzahnbürsten (vibrierend)
Voraussetzung für die Anwendung beider Bürstentypen ist eine individuelle Instruktion durch eine*n Dentalhygieniker*in. Nur dann können alle Vorteile dieser Bürsten ausgeschöpft werden. Schäden durch unsachgemässe Anwendung an Zahnhart- und Weichgewebe werden dadurch verhindert.
Rundkopfzahnbürsten: Ihre Borsten oszillieren bis zu 8000-mal pro Minute. Gleichzeitig werden mehrere Tausend Vor- und Rückwärtsbewegungen produziert, mit welchen die Borsten die Plaque von der Zahnoberfläche wegstossen soll. Generell zu empfehlen sind extra soft Aufsteckbürsten.
Schallzahnbürsten: Die Borsten werden mit Hilfe gegenpoliger Magnetfelder in Schwingungen versetzt. Um die Zahnoberfläche zu reinigen, kombiniert diese Bürste Schallvibrationen und dynamische Strömungsaktivität mit mechanischem Bürsten. Dadurch ist sie auch effizient einsetzbar um oberflächliche Verfärbungen zu entfernen. Diese Mechanismen haben neben einer guten umfassenden Plaqueentfernung auch eine Reduktion des Biofilms zur Folge. Schallbürsten sind besonders bei Patienten mit Rezessionen, keilförmigen Defekten, Zahnstellungskorrekturen, Zahnfleischverletzungen und Zahnfleischempfindlichkeiten indiziert. Die Angewöhnungsphase, bedingt durch das „Kitzeln“ am Zahnfleisch, dauert ca. eine Woche.
Allgemeine Fragen
In der heutigen Zeit ist das Angebot an Getränken sehr gross. Die meisten Getränke sind gezuckert und gleichzeitig sauer, dies wirkt sich schlecht auf die Zähne aus. Getränke wie Coca Cola, Eistee, Energy Drinks, Süssgetränke und Alcopops enthalten ungefähr 30 oder mehr Würfelzucker pro Liter. Dadurch können diese Getränke bei regelmässigem Konsum Karies verursachen. Insbesondere Alcopops enthalten sehr viel Zucker.
Viele dieser Getränke sind auch sehr sauer. Die Kombination von Säure und Zucker ist besonders schädlich für die Zähne. Zucker "verdeckt" Säure, was Erosionen (säurebedingte Schäden der Zahnhartsubstanz) zur Folge hat und die Bildung von Karies stark fördert. Kaffee und Tee werden oft mit Zucker getrunken. Die Pausenverpflegung beinhaltet oftmals Süssgetränke. Bereits Kinder sind auf Geschmack "süss" konditioniert. Statt Tee ohne Zucker oder Wasser nehmen heute die Süssgetränke die Stellung der Hauptgetränke ein.
Ja! Produkte, die mit dem Zahnmännchen gekennzeichnet sind, garantieren, dass sie wissenschaftlich auf ihre Zahnfreundlichkeit hin getestet wurden. Diese Produkte sind weder kariogen noch erosiv.
Achten Sie deshalb beim Kauf von Süssigkeiten auf das Zahnmännchen:
Mehr Informationen unter www.zahnfreundlich.ch
Dafür gibt es verschiedene Ursachen: Karies, Nervenentzündung, freiliegende Zahnhälse, defekte Schmelzschicht, sowie diverse weitere Einflüsse: -thermische (warm/kalt)/ -chemische (süss/sauer)/ -mechanische (Berührungen).
Karies: Der Schmerz ist meist begrenzbar auf ein bis zwei Zähne, gleich bleibend, mit der Zeit stärker werdend, reagiert vorwiegend auf thermische (eher kalte) und chemische (eher süsse) Einflüsse.
Nervenentzündung: Der Schmerz ist meist begrenzbar auf ein bis zwei Zähne, gleich bleibend, kann in kurzer Zeit sehr akut oder von Tag zu Tag schwächer werden, reagiert vorwiegend auf thermische (zuerst kalte, dann bei Gangrän eher warme) und chemische (eher saure) Einflüsse.
Überempfindliche Zähne und/oder Zahnhälse: Der Schmerz kann schwerlich bestimmten Zähnen zugeordnet werden; Reaktion auf verschiedene Einflüsse (kalt, warm, süss, sauer oder mechanische Einwirkungen) möglich; unterschiedlich stark; ernährungs- oder saisonbedingt.
Ursachen freiliegender Zahnhälse: Zahnfleischverlust durch tägliche Mikro-Verletzungen, durch zu harte Zahnbürste, falsche Zahnputztechnik, zu abrasive Zahnpasten oder chronische unbehandelte Zahnfleischentzündung.
Ursachen überempfindlicher Zähne und/oder Zahnhälse: Schmelz- und/oder Dentinverlust durch direkte Säureeinwirkung (Erosion), Parafunktionen (v.a. Knirschen im Schlaf oder Pressen) und falsche Zahnputztechnik.
Tipps: Oberstes allgemein gültiges Gebot: Nach Säureeinwirkung mit Milch, Wasser oder einer Fluoridspüllösung spülen oder einen zahnschonenden Kaugummi verwenden, um die Säuren abzubauen. Mit dem Zähneputzen mindestens 30 oder besser 60 Minuten warten.
Mit zunehmendem Alter lässt die Aufmerksamkeit für die Zahnhygiene oft nach.
Ungesunde, meist weiche, breiige und kohlenhydrathaltige Ernährung.
Die Sehkraft nimmt ab und der Zahnbelag wird nicht gesehen.
Körperliche Einschränkungen erschweren die manuelle Zahnreinigung.
Schlechte Beleuchtung im Badezimmer.
Die Vergesslichkeit nimmt zu.
Abnahme Leistung der Speicheldrüsen = trockener Mund.
Diverse Medikamente hemmen die Speicheldrüsen v.a. Psychopharmaka, Schlafmedikamente und Blutdrucksenker.
Prothesen und Brücken wirken als "Plaquefänger": eine gezielte Mundhygiene ist dort sehr notwendig.
Zahnfleischschwund: Exposition von Wurzeloberflächen, welche schwierig zu reinigen sind. Karies bildet sich dann bevorzugt an solchen Stellen.
Infolge Alter und Füllungstherapie hat sich der Zahnnerv zurückgezogen -> Schmerzen entstehen erst, wenn die Karies bereits weit fortgeschritten ist.
Recall (= regelmässige, professionelle Pflege der Zähne und des Zahnhalteapparates durch eine*n Dentalhygieniker*in) wird oder kann nicht immer eingehalten werden.
Infolge Hospitalisierung oder Übersiedelung in ein Altersheim werden andere Themen wichtiger als die Zähne. Die Pflegefachleute in Heimen und Institutionen sind häufig nicht adäquat instruiert über die richtige Mundhygiene bei betagten Menschen.
Mundtrockenheit entsteht in der Regel durch eine verminderte Produktion von Speichel durch die reduzierte oder fehlende Aktivität einzelner oder mehrere Speicheldrüsen. Ist das Vorhandensein von Speichel vermindert, wird in der Medizin von Oligosialie gesprochen. Trockenheit der Mundhöhle, weniger als 0,1 ml/min Speichel, wird in der Medizin Xerostomie genannt. Häufigste Ursachen von Speichelverminderung sind:
Depression, Stress, Angst
Flüssigkeitsmangel durch zu geringe Trinkmenge
Flüssigkeitsverlust durch Fieber, Durchfall, Erbrechen, übermässiges Schwitzen
Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Psychopharmaka, v. a. Antidepressiva)
Mundatmung
Rauchen, Alkohol, Kaffee, Cannabis
Alter (v.a. Sekretionsverminderung)
Hypoplasie oder Aplasie (unvollständige oder fehlende Entwicklung) der Speicheldrüsen
Krankhafte Entartung der Speicheldrüsen
Krankheiten wie Diabetes, Morbus Parkinson, Depression
Magenresektion
Strahlenschäden der Speicheldrüsen (z. B. durch Tumorbehandlungen)
Weitere Ursachen
Der Speichel ist sehr wichtig für die Selbstreinigung der Mundhöhle, für die Remineralisation der Zahnhartsubstanz nach säurehaltigen Getränken oder Speisen, für die Verdauung von Kohlenhydraten, und für die Vermittlung von Geschmacksempfindungen. Im Speichel sind Substanzen enthalten, die Krankheitserreger abwehren. Eine verminderte Speichelproduktion hat für die Zähne folgende Konsequenzen:
Erhöhte Plaquebildung
Kariesaktivität
Demineralisation der Zahnhartsubstanz, besonders auch im Zahnhalsbereich
Die Ursache des Mundgeruches (Halitosis) ist in 80 bis 90 Prozent der Fälle in der Mundhöhle zu suchen. Neben den oralen Ursachen stehen Erkrankungen aus dem Hals-Nasen-Ohren-Bereich an zweiter Stelle (chronische Mandel- oder Kieferhöhlenentzündung). Der Magen- und Intestinaltrakt sind normalerweise so gut abgedichtet, dass in der Regel keine Gerüche in die Mundhöhle gelangen können. Begünstigende Faktoren für die Mundgeruchsbildung sind zudem Rauchen, Mundatmung, Schnarchen, Medikamente, verminderter Speichelfluss, Fastenperioden, Stress oder unzureichende Mundhygiene. Der üble Geruch wird durch Bakterien erzeugt, welche Substanzen aus dem Speichel, aus Nahrungsresten usw. zu gasförmigen Schwefelverbindungen abbauen. In Schlupfwinkeln, wie zum Beispiel bei nur teilweise durchgebrochenen Zähnen oder anderen Nischen, können sich Reste aus der Nahrung ansammeln und sind der Hygiene nicht zugänglich. Eine schlechte Mundhygiene wirkt sich begünstigend aus für Mundgeruch, da der Verbleib von Nahrungsresten und bakteriellen Belägen (Plaque) an kariösen Zähnen, in Zahnfleischtaschen, auf Zahnstein, in Füllungsdefekten, unter Kronenrändern und in den Zahnzwischenräumen grösser ist als bei einer guter Mundhygiene. Zudem ist die Zunge das primäre Bakterienreservoir der Mundhöhle. So befinden sich ca. 60% der oralen Mikroorganismen auf der Zunge. Personen mit Mundgeruch weisen in der Regel mehr Zungenbeläge auf als Personen ohne Mundgeruch. Somit gehört die Problematik des Mundgeruches in den Zuständigkeitsbereich des*der Dentalhygieniker*in und des zahnmedizinischen Teams.
Kariöse Zähne, undichte Füllungs- und Kronenränder, halb durchgebrochene Zähne (z. B. Weisheitszähne), Gingivitis oder Parodontitis sollten behandelt und Zahnstein entfernt werden. Eine Optimierung der Mundhygiene sollte angestrebt werden. Dazu gehören die regelmässige Reinigung der Zähne, der Zahnzwischenräume und der Zunge. Bei Mundgeruch ist die Zungenreinigung besonders wichtig. Diese kann mit einem dazu geeigneten Zungenschaber oder der Zahnbürste durchgeführt werden. Unterstützt werden kann diese Reinigung mit chemopräventiven Zahnpasten und Spüllösungen.